Archiv für November 2010

Stirbt die christliche Bestattungskultur aufgrund sozialer Armut?

Die katholische Kirche oder besser der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst befürchtet dies zumindest. Denn die Gemeinden fordern hohe Gebühren für eine Bestattung, mit mindestens 5.000 Euro ist zu rechnen. Dazu kommen die Kosten für Blumenschmuck, Grabpflege, etc. Dies können sich arme Familien nicht leisten. Und die wachsende Zahl von sozial schwächer gestellten Personen verstärkt den Trend, anstelle einer üblichen Erdbestattung auf ein günstigeres anonymes Begräbnis auszuweichen.

Im christlich-theologischen Sinne bleibe dies nicht ohne Folgen, warnt Bischof Fürst. Denn durch die Anonymität verliere sich die Personalität des Menschen. Außerdem ist für viele von uns das Grab ein Ort, um von dem Verstorbenen Abschied zu nehmen, sich an ihn zu erinnern und mit ihm zu sprechen. Auf Friedhöfen sieht man immer wieder Menschen neben einem Grab sitzen, in sich gekehrt, in Gedanken bei dem Verstorbenen: Sie suchen Trost an dem Platz, an dem sie ihren Lieben beigesetzt haben. Das fehlt bei einer anonymen Bestattung vollends und verwehrt so den Hinterbliebenen die Trauerkultur. Daher ist ein Vorschlag des Bischofs, armen Familien einfache, nicht pflegeintensive Grabplätze anzubieten, beispielsweise mit Rasen bewachsene Flächen, um ihnen die übliche Form der Trauer zu gewähren.

Wer mehr dazu erfahren möchte, findet im folgenden Artikel alles über die Bedenken des Rottenburger Bischofs zu der Entwicklung unserer Friedhofs- und Trauerkultur.

Wie „öko” kann eine Bestattung sein?

Auch in der Bestattungskultur gibt’s Trends. Der neueste: die Öko-Bestattung. In Deutschland handelt es sich dabei meist um eine gewöhnliche Bestattung, bei der nachhaltige Aspekte im Vordergrund stehen: wie die Verwendung umweltschonender Materialien. Särge und Urnen werden nicht aus Holz angefertigt, sondern aus biologisch abbaubaren, natürlichen Substanzen wie Bambus oder Pappe, ohne Anteil an Pestiziden. Um den Boden nicht mit Quecksilber zu belasten, werden den Verstorbenen Zahnfüllungen entfernt. Und auf eine Fahrt in großen Leichenwagen wird gänzlich verzichtet. Das ist die deutsche, eher dürftige Öko-Variante.

Die Amerikaner sind uns bei den Öko-Beisetzungen einen Schritt voraus. Beinahe jeder zweite US-Bürger über 50 denkt über eine „grüne Beerdigung“ nach. Die Zahl der Friedhöfe und Beerdigungsinstitute mit diesem speziellen Angebot steigt wöchentlich. Beweggrund ist, die Natur nicht nur vor Schaden zu schützen, sondern ihr sogar Gutes zu tun. “The Neptun Society“ beispielsweise hat eigens hierzu das “Memorial Reef“ geschaffen. Das künstliche Riff wird durch Unterwasserbeisetzungen aus einem kleinen Anteil Beton und der Asche von Verstorbenen geschaffen und bietet vielen Pflanzen und Tieren einen neuen Lebensraum. Aber auch das Kostenargument soll überzeugen: Die Preise für Ökobestattungen sind in den USA fast um die Hälfte günstiger als hierzulande, Feuerbestattungen sind sogar ein Schnäppchen mit nur 500 bis 1200 Dollar inklusive Urne aus Ton.

Herkömmliche Bestattungen belasten unsere Umwelt aufgrund mehrerer Faktoren. So weisen Feuerbestattungen Abgaswerte mit großen Mengen an Kohlenmonoxid, Staub, organischen Stoffen und Dioxinen auf. Sie stecken in Arzneien oder Implantaten und gelangen beim Kremieren in die Luft. Durch höhere Wärmezufuhr in den Krematorien könnten Schadstoffe verringert werden, jedoch steigen dann Energieaufwand und CO2-Ausstoß.

Bei Erdbestattungen mit Sarg wiederum wird mehr Fläche verbraucht und schädliche Substanzen gelangen in den Boden. Schwermetalle können sogar das Grundwasser belasten. Experten suchen derzeit nach Verbesserungen bzw. nach Alternativen, um die Natur zu schützen. Im Ausland gibt es solche schon, die jedoch in Deutschland bisher nicht erlaubt sind. In den Ohren der Deutschen, für die der Tod mehr als in anderen Ländern und Kulturen ein Tabu-Thema darstellt, klingen diese Vorgehensweisen möglicherweise makaber.

So beispielsweise die in Schweden entwickelte „Promession“, bei der die Körper der Toten zuerst tiefgefroren und dann durch Erschütterung pulverisiert werden. Nach der Abtrennung von Schadstoffen wird das Pulver in einem biologisch abbaubaren Behälter beigesetzt und soll zu Humus verrotten. Ein weiteres Verfahren aus den USA stellt die „Resomation“ dar. Hierbei wird der Leichnam in einem Hochdruckbehälter mittels Lauge zersetzt. Übrig bleiben Knochen als Bioasche sowie eine organische Lösung, die unbedenklich weggeschüttet oder als Dünger verwendet werden kann.

Sehen also so die Bestattungen der Zukunft aus oder ist der Öko-Hype nur ein kurzweiliger Trend? Was halten Sie davon?

Lesen Sie mehr über Öko-Bestattungen und über die Belastung der Umwelt durch klassische Beisetzungen.

Grabgestaltung mit persönlichem Bezug

Gestern, am Sonntag vor dem ersten Advent, war Totensonntag. Ein Tag, an dem die evangelische Kirche der Verstorbenen gedenkt. Darum haben gestern viele Menschen den Friedhof besucht und die Gräber mit Kerzen und Blumen geschmückt. Beim klassischen Erdgrab ist das so üblich, auch wenn es mit Kosten und Aufwand verbunden ist. Mit Pflanzen unterschiedlicher Art lässt sich ein Grab individuell gestalten, so wie es der Persönlichkeit des Verstorbenen entspricht. Chrysanthemen, beispielsweise,  stehen für die über den Tod hinausgehende Liebe. Welche Bedeutung anderen Blumen nachgesagt wird, dazu finden Sie hier eine Übersicht.
Überlegen Sie doch mal, welche Bepflanzung zu Ihrem verstorbenen Angehörigen am besten passen könnte. Hat er zum Beispiel gern Golf gespielt? Dann können Sie eine kleine Rasenfläche mit Sandmulde und einer einzelnen hochragenden Blume als Fahne gestalten. Da die Grabsteine heute eher schlicht gehalten sind, nur mit Name, Geburts- und Todestag, ist es doch schön, dem Grab durch Blumen eine persönliche Note zu geben. Friedhofsgärtner sind hier auf dem neuesten Stand, was machbar und sinnvoll ist.

Mehr Infos finden Sie auch in einem aktuellen prisma-Artikel.

Haben Sie gerade ein Grab besonders schön hergerichtet? Dann erzählen Sie uns davon! Wir freuen uns über Tipps und Anregungen zum Thema Grabgestaltung und -pflege.

Im Trend: Diamanten aus der Asche von Verstorbenen. Eine prachtvolle Idee?

In einem vorherigen Beitrag haben wir bereits darüber berichtet, dass sich die Bedeutung von Friedhöfen stark verändert. Der ständige Innovationsdrang unserer Gesellschaft ist inzwischen auch bei Bestattungsarten erkennbar. So gibt es immer mehr Alternativen zur klassischen Beisetzung in einem Erdgrab. Die meisten Menschen entschließen sich für eine Feuerbestattung. Doch was passiert dann mit den sterblichen Überresten, also der Asche? Anstatt eines Urnenbegräbnisses oder der Bestattung auf See kann die Asche auch zu einem Diamanten verarbeitet werden. Eine ganz besondere Idee, die immer mehr Befürworter findet.

Wie das funktioniert? Die Asche des Verstorbenen wird mehrere Wochen lang bei intensiver Hitze von bis zu 2.500 Grad sowie unter hohem Druck von bis zu 60.000 Bar gepresst. So entsteht ein einzigartiger Diamant, der individuell geschliffen wird. Durch die spezifische chemische Struktur der Asche und den jeweiligen Kohlenstoffanteil wird er zum Unikat, so wie jeder Mensch ein Unikat ist. Auch farblich ist er unverwechselbar, weiß oder bläulich. Ein Diamant als wertvolles Erinnerungs- und Erbstück, das über Generationen hinweg weitergegeben werden kann, zum Beispiel eingearbeitet in einen kostbaren Fingerring – das ist der Gedanke, der dahintersteckt. Der Mensch ist vergänglich, ein Diamant nicht. Er soll die zeitlose Verbindung zu einem geliebten Menschen darstellen und genauso facettenreich sein wie dessen Leben.

Doch entsprechend der aufwändigen Verarbeitung sind die Kosten für diese Form der Erinnerung sehr hoch. Je nach Gewicht, das etwa von 0,4 bis 1,0 Karat reicht, beginnt der Preis für den Diamanten bei rund 4.000 Euro. Eine hohe Summe, die die Hinterbliebenen in der Regel nicht aufbringen können.

Aber was halten Sie überhaupt von der Möglichkeit, einen verstorbenen Angehörigen oder sogar sich selbst in einem Diamanten “wiederzufinden”? Verraten Sie uns Ihre Meinung! Direkt hier oder bei Facebook.

Auf diese Karte können Sie setzen

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Feuerbestattung auf Platz 1 der Bestattungsarten

Die Feuerbestattung ist inzwischen zur beliebtesten Bestattungsform geworden. Zu dem Ergebnis kommt eine von TNS Emnid durchgeführte Umfrage. (Mehr Infos dazu hier.) Das klassische Erdgrab folgt auf Platz zwei. In der Einäscherung des Toten in einem Sarg und der anschließenden Beisetzung der Asche in einer Urne sehen viele Menschen klare Vorteile. Zum einen wird nur ein kleines Grab benötigt, das weniger pflegeintensiv und somit kostengünstiger ist. Entsprechend reicht ein kleinerer Grabstein. Zum anderen wird für die Kremation nur ein einfacher Sarg gebraucht. Und schließlich spielt die Hygiene für viele eine große Rolle. Wen es bei dem Gedanken an den Verfall und die Verwesung des Leichnams graut, der entscheidet sich logischerweise für eine Feuerbestattung. Dafür muss der Verstorbene übrigens zu Lebzeiten bekundet haben, dass er diese Form der Bestattung wünscht. Sollte dies nicht geschehen sein, genügt eine Erklärung der Angehörigen. Für die ist es aber meistens schwierig zu entscheiden, wie der Verstorbene begraben werden soll. Darum sollte lieber jeder selbst festlegen, wie er sich seine Bestattung vorstellt, und dafür schonmal Geld zur Seite legen. Denn auch wenn eine Feuerbestattung etwas günstiger als eine Erdbestattung ist, so kommt doch noch eine hohe Summe für Überführung, Sarg, Urne, Krematorium, Friedhof, Trauerfeier und vieles mehr zusammen. Rechnen Sie doch mal durch, was eine Bestattung nach Ihren Wünschen kostet – mit dem Monuta Kostenkonfigurator.

Feuer- oder Erdbestattung? Was meinen Sie?

Schmerz und Trauer bewältigen – schwer, aber nicht unmöglich.

Wenn ein lieber Mensch gestorben ist, fallen die Hinterbliebenen in ein tiefes Loch. Der Schmerz über den Verlust ist überwältigend und trifft sie meist völlig unerwartet. Aber auch wenn jemand unheilbar krank ist und abzusehen ist, dass er nicht mehr lange leben wird – kann man sich auf das Trauern überhaupt vorbereiten? Ist es dann leichter damit fertig zu werden? Diesen Beitrag weiterlesen »

Friedhöfe überflüssig?

Sind Friedhöfe inzwischen “out”? Laut der Verbraucherorganisation Aeternitas und dem Verbund Deutscher Bestatter würden viele Menschen die Urne mit der Asche eines verstorbenen Angehörigen am liebsten mit nach Hause nehmen. In den meisten europäischen Ländern ist das sogar erlaubt. In Deutschland nicht. Alternativ entscheiden sich immer mehr Menschen für ein kostengünstiges Urnengrab oder ein Begräbnis der Urne in Friedparks, also Wäldern, die als Ruhestätte genutzt werden. Doch nicht alle wählen die Einäscherung. Eine Beisetzung im Sarg ist nach wie vor die Nummer eins der Bestattungsformen. Darum werden Friedhöfe wohl weiterhin erhalten bleiben. Wer eine klassische Beerdigung mit Trauerfeier bevorzugt, kann die Kosten dafür ganz bequem mit der Trauerfall-Vorsorge abdecken.
Aber wie stehen Sie zu dem Thema: Sollte es hierzulande möglich sein, Urnen zu Hause aufzubewahren? Haben Sie sich bereits über Alternativen zum Friedhof informiert? Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Friedhofsgebühren dieses Jahr um 10 bis 50 % gestiegen

Der Kölner Stadt-Anzeiger machte in der Ausgabe vom 1./2. November im Wirtschaftsteil auf ein brisantes Thema aufmerksam: Das unverschämte Geschäft mit dem Tod. Von der Krise gebeutelt erhöhen die Kommunen die Friedhofsgebühren, die für sie eine sichere Einnahmequelle darstellen. Laut der Verbraucherinitiative Aeternitas kostet eine Bestattung rund 6.000 Euro. Tendenz steigend. Denn 2010 sind die Friedhofsgebühren um durchschnittlich zehn, mancherorts sogar um 50 Prozent gestiegen. Den Trauernden wird tief in die Tasche gegriffen. Viele wissen gar nicht, wie sie für die Kosten aufkommen sollen. Diesen Beitrag weiterlesen »

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